Der Spiegel, 21.09.2013

 
Meldung: Vier Rotoren gegen Merkel
 
Zur Abwechslung wieder einmal ein relativ sachlicher Artikel, der die Sicherheitsrisiken anspricht, die mit Flugmodellen verbunden sind. Er zeigt aber, wie unwissend, naiv und verantwortungslos Medien, Politik und selbst Polizei und Kriminalämter mit solchen Themen umgehen. Es ist die Rede von der Drohnengefahr.

Meiner Meinung nach könnten die angesprochenen Multicopter wegen ihrer relativ niedrigen Fluggeschwindigkeit vielleicht mit geeigneten Mitteln abgewehrt werden. Die teilweise angesprochenen Funkblockaden für Fernsteuerungsanlagen sind natürlich blanker Unsinn. Es zeigt erneut, dass hier eine völlige Ahnungsfreiheit herrscht. Einerseits müsste dazu das gesamte 2,4-GHz-ISM-Band lahmgelegt werden. Andererseits sind gerade Drohnen durch GPS in der Lage, Ziele autonom anzusteuern. Daneben gibt es noch weitere Frequenzen für Fernsteuerungen.

Was ist aber mit Modellflugzeugen, die es schon seit Jahrzehnten gibt? Diese fliegen mit entsprechenden Triebwerken mit 400-500 km/h und schneller. Da muss nicht einmal der erwähnte Sprengstoff drauf sein. Ein 3-kg-Flieger mit 500 km/h hat soviel kinetische Energie, dass er durch einen Menschen vermutlich einfach hindurchfliegen würden. Und auch solcher Flieger können Kameras haben. Luftaufnahmen und FPV sind nämlich nicht erst mit den Multicoptern entstanden. Um diese Thematik kümmert sich niemand, obwohl sie viel dringlicher erscheint. Die Drohnengefahr rückt offenbar alles in den Hintergrund.