RuhrNachrichten.de, 16.01.2015

 
Meldung: Ferngesteuertes Fluggerät Verärgerter Schwerter findet Drohne im Garten
 
Die Meldung berichtet von einem kleinen Quadrocopter, der in einem Garten abgestürzt ist. Naheliegend wäre, das jemand den Quadrocopter einfach nicht im Griff hatte und dieser abgestürzt ist. Die erste Vermutung des Hausbesitzers, der zuvor einen Bericht über Drohnen gesehen hatte, war selbstverständlich, dass er ausspioniert worden war und das zu dem Zweck, in sein Haus einzubrechen. Danach folgt der übliche Unsinn, um den Artikel mehr als zwei Zeilen zu geben, die eigentlich für die Meldung gereicht hätten. Wie immer sind Aussagen über gesetzliche Regelungen wahllos zusammengewürfelt und weitestgehend schlichtweg falsch.
 
RuhrNachrichten.de ist dieser dramatische Vorfall am selben Tag gleich zwei Meldungen wert.
 

Hamburger Abendblatt, 15.01.2015

 
Meldung: Drohne sollte Drogenpäckchen in Bremer Gefängnis fliegen
 
Endlich einmal ein neutraler Bericht. Per Multicopter wurde versucht, Drogen in ein Gefängnis zu transportieren. Wo Amazon und Post noch Feldversuche machen, ist anderswo das Transportwesen offenbar schon voll im Gange.
 

Spiegel-Online, 08.12.2014

 
Meldung: Zwischenfall in London-Heathrow: Passagierflugzeug stieß beinahe mit Drohne zusammen
 
Die Meldung zitiert die Sunday Times, in der von einem Beinahezusammenstoß (near miss) eines Verkehrsflugzeugs in London-Heathrow berichtet wird, der sich bereits am 22.07.2014 ereignete. Spiegel-Online reichert den Artikel mit wahllos zusammengesuchten, nicht mit dem Vorfall zusammenhängenden Informationen an. Auch das Bild eines DJI Phantom, noch dazu von der Polizei Braunschweig, hat keinen Zusammenhang mt dem Vorfall. Im Gegenteil, der Pilot des Verkehrsflugzeugs berichtet von einem kleinen, schwarzen, vermutlich ferngesteuerten Helikopter. Der sachliche Bericht der Untersuchungskommission ist hier zu finden: PDF.
 
Sofern das ein Modellfluggerät war, ist das natürlich absolut unverantwortlich.
 

Die Welt, 25.11.2014

 
Meldung: Drohnen über Frankreichs AKW gefährden Europa
 
In der Meldung berichtet Die Welt von den mehrfachen Überflügen von französischen AKW mit Drohnen. Zitiert werden apokalyptische Szenarien, die von Greenpeace künstlich konstruiert wurden. Die Szenarien haben im weiteren auch nichts mehr mit Drohnen zu tun, sondern mit Angriffen durch Terroristen, die sogar aus Hubschraubern mit panzerbrechenden Raketen schießen. Meines Erachtens wurden hier entscheidende Szenarien vergessen. Vor allem aber per Multicopter transportierte Antimaterie-Bomben und Schwarze Löcher. Da Antimaterie schon in kleinen Mengen extrem gefährlich ist, könnte diese selbst mit einem Nanocopter transportiert werden. Wieder einmal werden Multicopter zu etwas gemacht, dass sie nicht sind.

Die Süddeutsche nimmt dazu Stellung und klärt über die wirren Vorstellungen auf: Link Süddeutsche

Auch wenn der Artikel lächerlich ist, ist es das Fliegen in Restricted- oder Danger-Zones nicht. Das kann eine Straftat darstellen und ernste Konsequenzen haben.
 

Hertener Allgemeine, 04.11.2014

 
Meldung: Analyse: Wenn Medien in die Luft gehen: Drohnen als Reporter
 
Die Meldung diskutiert die Anwendung von Multicoptern für den Journalismus. Es werden viele verschiedene Themen willkürlich vermischt und als Anwendung beispielsweise die Analyse von Abgasen aus Schornsteinen genannt, die Journalisten durchführen sollen. Daneben werden Beschwerden über die strengen Regelungen für die Genehmigung von gewerblichen Multicopterflügen laut. Es ist recht schwierig zu verstehen, was der Tenor des Artikels sein soll. Es scheint fast so, dass die Presse von den lästigen Genehmigungsverfahren befreit werden will, Presseflugfreiheit sozusagen.
 

Badische Zeitung, 22.08.2014

 
Meldung: Drohnen überm Lorettobad: Wurden Besucherinnen fotografiert?
 
Die Meldung berichtet über die Sichtung eines Multicopters über einem Schwimmbad. Der Multicopter soll mit einer Kamera ausgestattet gewesen sein. Ob das so war und ob dann auch gefilmt wurde, ist nicht belegt.
 

Polizei Braunschweig, 20.06.2014

 
POL-BS: Fluggerät außer Kontrolle – Drohne landete auf der Autobahn
 
Die Meldung berichtet von einem Quadrocopter, der auf oder neben der Autobahn abgestürzt ist und von Arbeitern gefunden wurde. Eindeutige Aussagen gibt es nicht. Mal ist es auf der Autobahn, mal daneben, mal auf dem Mittelstreifen. Völlig falsch ist in jedem Fall die Aussage über einen 5kg schweren Quadrocopter. Da dieser eindeutig als DJI Phantom bezeichnet wurde, liegt das Gewicht bei etwa 1,3kg.
 

austrianaviation.net, 15.04.2014

 
Meldung: Neue Regeln für unbemannte Flugzeuge
 
Achtung bei Aus-„flügen“ in Österreich. Dort gelten nicht dieselben Regelungen wie in Deutschland. Es gibt seit Anfang 2014 ein Regelwerk, das Vieles, das für den Modellflug in Deutschland nicht explizit geregelt ist, dort genau festlegt. An sich finde ich diese Regelung sehr gelungen, da sich die Verantwortlichen mit den Themen auseinandergesetzt haben. Ob die Regeln zu streng sind, ist ein anderes Thema und es wird sich mit der Zeit sicher herausstellen, ob da etwas korrigiert werden sollte.
 

Der Spiegel, 21.09.2013

 
Meldung: Vier Rotoren gegen Merkel
 
Zur Abwechslung wieder einmal ein relativ sachlicher Artikel, der die Sicherheitsrisiken anspricht, die mit Flugmodellen verbunden sind. Er zeigt aber, wie unwissend, naiv und verantwortungslos Medien, Politik und selbst Polizei und Kriminalämter mit solchen Themen umgehen. Es ist die Rede von der Drohnengefahr.

Meiner Meinung nach könnten die angesprochenen Multicopter wegen ihrer relativ niedrigen Fluggeschwindigkeit vielleicht mit geeigneten Mitteln abgewehrt werden. Die teilweise angesprochenen Funkblockaden für Fernsteuerungsanlagen sind natürlich blanker Unsinn. Es zeigt erneut, dass hier eine völlige Ahnungsfreiheit herrscht. Einerseits müsste dazu das gesamte 2,4-GHz-ISM-Band lahmgelegt werden. Andererseits sind gerade Drohnen durch GPS in der Lage, Ziele autonom anzusteuern. Daneben gibt es noch weitere Frequenzen für Fernsteuerungen.

Was ist aber mit Modellflugzeugen, die es schon seit Jahrzehnten gibt? Diese fliegen mit entsprechenden Triebwerken mit 400-500 km/h und schneller. Da muss nicht einmal der erwähnte Sprengstoff drauf sein. Ein 3-kg-Flieger mit 500 km/h hat soviel kinetische Energie, dass er durch einen Menschen vermutlich einfach hindurchfliegen würden. Und auch solcher Flieger können Kameras haben. Luftaufnahmen und FPV sind nämlich nicht erst mit den Multicoptern entstanden. Um diese Thematik kümmert sich niemand, obwohl sie viel dringlicher erscheint. Die Drohnengefahr rückt offenbar alles in den Hintergrund.