Drohnen – Gefahr

Drohnen – Gefahr

Immer häufiger gibt es Meldungen zum Thema Drohnen. Dem Volk wird suggeriert, dass Drohnen gefährlich sind, dass damit Anschläge verübt, Menschen ausspioniert und überhaupt Drohnen an sich für kriminelle Zwecke genutzt werden. Diese Meldungen entbehren meist jeglicher Sachlichkeit und deren Schreiberlinge haben in der Regel keinerlei Wissen über die Thematik. Wer würde auch schon einen Artikel mit der Schlagzeile „Spielzeugflugzeug in Nachbars Garten gefallen“ lesen? Wenn es aber „Drohne beim Ausspionieren abgestürzt – ist Deutschland noch sicher?“ heisst, erhöht das die Auflage.

Immer wieder wird von sich häufenden Vorfällen berichtet und das etwas unternommen werden muss. Wie häufig wird denn so etwas berichtet? Wird Tante Erna im Badezimmer tagtäglich von Kameradrohnen ausspioniert? Stehen Unfälle und Kriminalität mit Drohnen auf der Tagesordnung? Gibt es keine Regeln und darf eigentlich jeder mit Drohnen einfach überall herumfliegen und alles und jeden filmen?

Wer sich näher damit befasst, stellt zunächst einmal fest, dass es sich um eine sehr kleine Anzahl von Vorfällen handelt. Seit Drohnen in den letzten 5-6 Jahren die Massen erreicht haben, gab es circa 30 Meldungen zu Ereignissen mit Drohnen. Weltweit gibt es eine Handvoll Meldungen, wo über Verletzte durch Drohnen berichtet wurde. Es gibt keine Berichte über auch nur einen einzigen Todesfall durch eine (Modell-)Drohne.

Zum Vergleich: In Deutschland gab es 2014 etwa 360.000 Verletzte und über 3.000 Tote durch Verkehrsunfälle. In der gleichen Zeit gab es 440.000 Verletzte und etwa 200 Tote durch Arbeitsunfälle.

Die Deutschen haben Angst vor Drohnen und begeben sich jeden Tag in den Straßenverkehr und zur Arbeit. Die Gefahr sich zu verletzen oder zu sterben liegt hier um tausende bis zehntausende Male höher, als irgendeinen Schaden durch Multicopter zu erleiden. Die Deutschen haben Angst, sie könnten ausspioniert oder nackt in ihren Räumlichkeiten beobachtet werden. Dass dies seit Jahrzehnten mit Kameras und Ferngläsern in vielen Fällen genauso möglich ist, interessiert niemanden. Rufe nach Verboten von Kameras und Ferngläsern gibt es jedenfalls keine.

Der Modellflug und das Filmen jeglicher Art, egal ob vom Boden oder aus der Luft, ist gesetzlich streng geregelt. Wer andere Menschen ohne deren Einverständnis filmt, bewegt sich schnell im Straftatbereich. Wie für den Strassenverkehr gibt es genauso für den Flugverkehr Gesetze. Wo und wann und wie geflogen werden darf, ist genau geregelt. Während im Strassenverkehr durch eine Unzahl von Ordnungshütern geprüft wird, dass die Regeln eingehalten werden, tut das im Modellflugbereich nahezu niemand. Wie in vielen Bereichen fehlt es beim Modellflug nicht an Gesetzen, sondern einfach nur an der Umsetzung der lange schon bestehenden Regeln. Und was tut die Politk? Sie diskutiert über noch mehr Gesetze und reduziert gleichzeitg die Anzahl der Ordnungshüter, weil diese den Staat zuviel kosten.

Ich behaupte nicht, dass es keine Menschen gibt, die sich mit ihren Drohnen unverantwortlich verhalten. Verglichen mit den sicher über Hundertausend Modellfliegern (allein der DMFV hat über 80.000 registrierte Mitglieder) in Deutschland machen die schwarzen Schafe einen verschwindend geringen Anteil aus. Genauso wenig, wie man den Menschen das Autofahren verbietet, weil Autos auch für Bankraube benutzt werden, sollte man daher Multicopter verbieten. Sicherlich könnte eine handelsübliche Drohne 0.5-1kg Sprengstoff inklusive einer Auslösevorrichtung transportieren. Mit einem Auto können problemlos bis zu einigen Hundert Kilo Sprengstoff transportiert werden. Autos sind also sehr viel gefährlicher als Drohnen. Und selbst wenn man Drohnen verbieten würde, wären Kriminelle sicherlich die Letzten, die sich an diese Gesetze hielten.

Bei einer solchen Vielzahl von Interessierten sollte die Politik dafür sorgen, dass der Modellflugsport vernünftig ausgeübt werden kann. Mit öffentlichen Geldern werden unzählige Sportarten und andere Freizeitbeschäftigungen gefördert, wieso nicht auch der Modellflugsport? Würde man die Modellflieger nicht in unattraktive Gebiete verdrängen, würden sicherlich sehr viel weniger Menschen mit ihren Drohnen in Wohngebieten fliegen. Es fehlen Plätze, an denen legal geflogen werden darf. Man sollte auch einmal prüfen, ob es so sinnvoll ist, den Flug mit Multicoptern in Natur- und Vogelschutzgebieten so drastisch zu verbieten, während die Jägerschaft dort rumballern darf, wie sie will.

Statt über unsinnige Gesetze zu diskutieren sollte endlich vernünftig aufgeklärt werden. In einer Stunde könnte man den Menschen die Regeln für den Modellflug und Konsequnzen aus deren Handeln leicht erklären. Allein das würde bereits bei vielen Menschen für ein Umdenken sorgen, die aktuell einfach keine Ahnung haben, dass Multicopter nicht einfach nur Spielzeuge sind.

Im Buch wird ausführlich erklärt, welche Regelungen es gibt und in welchen Gesetzen und Paragrafen diese zu finden sind.

Letzte Änderung: 07.05.2016 06:40

1 Gedanke zu “Drohnen – Gefahr

  1. I would like to add a comment in English. I hate the word „drone“. A drone for me is an extension of man for the purpose of spying, as a weapon or as a tool; e.g. bomb disposal.

    Radio controlled model plane, helicopter, quadcopter are much better descriptions.

    I have been flying model aircraft and helicopters over 30 years. I would say that 25 years ago a person could install a camera on a helicopter and if wished spy on the neighbours. (a sick idea for true Modelle flight enthusiasts).

    All RC enthusiasts are required to have insurance, the same as a car.

    I understand and sympathise with the idea of privacy, however, I likewise understand the blind panic that drives opinions into obsenities, normally created by media publications seeking to generate cash flow with controversy, and of course a few „naughty persons“, who need to be controlled.

    If a machine is flying around you, naturally you should watch what it is doing, but to run in blind panic that someone is spying you or wants to see you nude is completely crazy.

    Cameras on models have been around longer than many have been alive. But, even today, the machines that have the „James Bond“ photograph abilily are far outside the reach of the „peekers or spying neighbours“

    There are rules and they are quite complete. The only thing I feel necessary is that the new flight machines should be flown by people, who have the skills.. e.g a license and naturally insured. All true enthusiasts will welcome and abide.

    From the enthusiast point of view, flying is a hobby, an ability to be free in the air, to enjoy the thrills of flight, to fly over coastal, country, and other land that man could not otherwise reach. We are interested in the hobby, the sport, the technology of flight and definitely not what our neighbour or anyone else is doing.

    I can only say another extremity driven by the media, stirring anger, raising worries, stiring emotions, and building mountains out if molehills just to sell news! exactly like Brexit, Trump, and Scotland, isses long past but still the media try to „milk“ every last drop of money from them.

    All us enthusiasts understand the concerns, we will follow the rules and we will definitely seek alternativesso everyone is happy.

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